Der PUE-Wert im Rechenzentrum
Die Kennzahl zeigt, wie viel Strom ein Rechenzentrum neben der IT verbraucht.
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So wird der PUE berechnet
PUE steht für Power Usage Effectiveness, die wichtigste Kennzahl für die Energieeffizienz im Rechenzentrum.
PUE = Gesamte Energieaufnahme des Rechenzentrums geteilt durch Energieaufnahme der IT
- Ideal: alle Energie fließt in die IT
- 1,0
- Alles über 1 geht in Kühlung, Verteilung und Gebäude
- über 1,0
- Gerechnet wird mit Jahresenergie, nicht mit Momentanleistung
- kWh
Das Energieeffizienzgesetz nennt die Kennzahl Energieverbrauchseffektivität und definiert sie genauso, über den jährlichen Energiebedarf (§ 3 Nr. 15 EnEfG, mit Verweis auf DIN EN 50600-4-2).
Ein Rechenbeispiel
Angenommene Jahreswerte eines fiktiven Rechenzentrums, keine Messwerte aus einem realen Projekt.
| Verbraucher | Energie pro Jahr |
|---|---|
| IT: Server, Speicher, Netzwerk | 1.000 MWh |
| Kühlung | 300 MWh |
| Verluste in USV und Stromverteilung | 80 MWh |
| Beleuchtung und Gebäudetechnik | 20 MWh |
| Gesamt | 1.400 MWh |
PUE = 1.400 MWh ÷ 1.000 MWh
1,4
Auf jede Kilowattstunde für die IT kommen 0,4 Kilowattstunden für die Infrastruktur.
Was den PUE-Wert treibt
Der Stromverbrauch eines Rechenzentrums außerhalb der IT verteilt sich auf wenige Posten.
- Kühlung
- Kältemaschinen, Umluftkühler, Pumpen und Ventilatoren laufen rund um die Uhr.
- Luftführung
- Bypass-Luft und Rückströmung kosten Kühlleistung. Einhausung und Blindplatten trennen Zu- und Abluft.
- USV-Verluste
- USV, Transformatoren und Verteilung wandeln mit Verlusten, bei Teillast anteilig mehr.
- Beleuchtung
- Licht, Sicherheits- und Gebäudetechnik zählen zur Gesamtenergie.
- Auslastung
- In einer halb belegten Halle steigt der PUE, weil die Grundlast der Infrastruktur bleibt.
So wird der PUE gemessen
Zwei Messpunkte bestimmen den Wert: die Gesamtenergie an der Einspeisung und die IT-Energie vor der IT-Last.
Je näher der IT-Zähler an den Servern sitzt, desto genauer der Wert. Misst man erst am USV-Ausgang, zählen die Verluste der Verteilung zur IT.
Die Zähler laufen zentral zusammen, etwa in einem BMS. Aussagekräftig ist der Verlauf über ein Jahr.
Was das EnEfG vorschreibt
Das Energieeffizienzgesetz gilt für Rechenzentren ab 300 kW nicht redundanter Nennanschlussleistung und begrenzt in § 11 den PUE.
| Rechenzentrum | Gilt ab | PUE höchstens |
|---|---|---|
| Betrieb vor dem 1. Juli 2026 | 1. Juli 2027 | 1,5 |
| Betrieb vor dem 1. Juli 2026 | 1. Juli 2030 | 1,3 im Jahresdurchschnitt |
| Betrieb ab dem 1. Juli 2026 | spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme | 1,2 im Jahresdurchschnitt |
Neue Rechenzentren brauchen zudem einen Mindestanteil wiederverwendeter Energie, etwa Abwärme. Strom kommt bilanziell zu 50 Prozent aus erneuerbaren Energien, ab dem 1. Januar 2027 zu 100 Prozent.
Quelle: § 11 EnEfG und § 3 EnEfG, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 3. November 2026.
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Fragen zum PUE-Wert
Was ist ein guter PUE-Wert?
Je näher an 1,0, desto besser. Das EnEfG verlangt für Rechenzentren mit Betriebsbeginn ab dem 1. Juli 2026 höchstens 1,2, für ältere höchstens 1,5 ab Juli 2027 und 1,3 ab Juli 2030.
Kann der PUE-Wert unter 1 liegen?
Nein. Die Gesamtenergie enthält die Energie der IT, deshalb liegt der Quotient immer bei 1,0 oder darüber.
Zeigt der PUE, wie effizient die Server arbeiten?
Nein. Der PUE bewertet nur die Infrastruktur um die IT. Wie viel Rechenleistung die Server aus ihrer Energie machen, misst er nicht.
Wie oft sollte man den PUE messen?
Laufend. Ein Einzelwert schwankt mit Last und Außentemperatur. Aussagekräftig ist der Jahresdurchschnitt, auf den sich auch das EnEfG bezieht.